ALSBACH – Interview – Investition in Alsbach-Sandwiese – Musterautohaus für 3000 Neuwagen im Jahr – Zusätzliche Stellen
Stationärer Autohandel ist kein einfaches Geschäft. Dennoch wird in Südhessen kräftig investiert. So baut Bayram in Alsbach den weltgrößten exklusiven Seat-Betrieb. Am heutigen Donnerstag ist Spatenstich.

ECHO: Herr Bayram, der Auto-markt zeigt sich zwar erholt, aber im Handel gibt es dennoch Probleme, vieles läuft übers Internet. Warum investieren sie, zweitgrößter Seat-Händler hierzulande, dennoch in großem Stil?

Necdet Bayram: Wir verkaufen überregional übers Netz, das stimmt. Aber aufgrund der dadurch realisierten Volumina profitieren wir regional. Unsere regionalen Kunden haben uns groß gemacht und stark – das sind, wenn sie so wollen, unsere Familienangehörigen, die anderen sind Gäste. Familienangehörige muss man pflegen, sie profitieren von den günstigen Einkaufskonditionen, die wir durch die großen Stückzahlen komplett weitergeben. 60 Prozent des Geschäfts ist heute überregional, 40 Prozent Gott sei Dank regional. Das ist für mich wichtig, denn die Kunden vor Ort bleiben.

ECHO: Wie viel Geld nehmen Sie denn im Jahr des 30-jährigen Firmenjubiläums in die Hand?

Bayram: Das sind rund 4,4 Millionen Euro.

Frage: Haben Sie einige Eckdaten zum neuen Autohaus, das von der Autobahn A5 deutlich zu sehen sein soll?

Bayram: Die moderne Werkstatt gegenüber – europaweiter Vorzeigebetrieb – bleibt natürlich. Sie ist exklusiv für Seat wie auch der Neubau, weil ich keine andere Marke dazunehmen werde. Nach Aussage der Seat-Zentrale in Spanien sind wir nach Fertigstellung weltweit der größte exklusive Seat-Händler. Auf 15 000 Quadratmetern werden wir rund 1900 Quadratmeter umbauten Raum haben, bestehend aus 700 Quadratmetern Showroom, 500 Quadratmeter Verwaltung, 300 Quadratmeter Übergaberaum, wenn die Kunden ihren Neuen abholen, quasi der Hochzeitsraum. Eine eigene Werkstatt für Neuwagen plus moderne Waschstraße schließen sich an.

ECHO: Welche Rolle spielen ökologische Aspekte beim Bau des neuen Betriebes?
Bayram: Wir bauen ein Musterautohaus. Wir haben kein Abwasser außer für die Toiletten. Das komplette Niederschlagswasser wird aufgefangen, wiederverwertet beziehungsweise versickert. Wir haben keinen Gasanschluss, sondern eine Fotovoltaikanlage auf der gesamten Dachfläche, die 140 kW Strom erzeugt. Den Strom werden wir auch für Heizung/Lüftung verwenden. Das Konzept wurde von der Gemeinde und der KfW begrüßt, wo es günstige Kredite dafür gab. Die Umwelt braucht uns nicht, wir brauchen die Umwelt. Deshalb gibt es auch viel Grünfläche dort.

ECHO: Für welche Volumina ist der Betrieb ausgelegt?

Bayram: 3000 Neuwagen im Jahr, wir werden dieses Jahr 2500 machen nach 2000 Einheiten 2013. Etwa 600 bis 800 Gebrauchte kommen hinzu. Der Umsatz von zuletzt 40 Millionen Euro wird auf 60 bis 70 Millionen steigen.

ECHO: Geht der Neubau auch mit einer Aufstockung der Belegschaft einher?

Bayram: Natürlich. Wir haben aktuell 64 Beschäftigte, brauchen noch zehn Leute vom kaufmännischen Angestellten über den Verkäufer bis zum Mechaniker. Wir haben dieses Jahr sieben Auszubildende eingestellt – unsere größte Schatzkammer. Etwa 75 Prozent der Belegschaft besteht aus ehemaligen Lehrlingen. Hervorragend.

ECHO: Wann wird der neue Betrieb denn eröffnet?

Bayram: In etwa acht Monaten, je nachdem, wie streng der Winter wird. Großes Lob muss ich Gemeinde und Kreisbauamt aussprechen, die uns hervorragend unterstützt haben.

Quelle: Echo Online

Foto: Grimm

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